Pilger

Im Mittelalter konnte sich jeder, egal welchen Standes, Geschlechts, Alters oder Berufes auf Pilgerfahrt begeben und man kann davon ausgehen, dass jeder mindestens einmal zu einem näher oder weiter gelegenen Heiligtum pilgerte. Im Hochmittelalter handelte es sich um Bitt- und Dankpilgerfahrten, die freiwillig unternommen wurden und um verordnete Buß- und Strafpilgerfahrten, oder um Pilgerfahrten um ein Gelübde zu erfüllen. Die drei großen Fernpilgerzentren, "peregrinationes maiores", waren (sind) Jerusalem, Rom (Gräber der Apostel Petrus und Paulus) und Santiago de Compostella (Grab des Apostel Jakobus). Santiago als Pilgerstätte nahm ab dem 10.Jhrdt. überregionale Bedeutung an und wurde ab Mitte des 12.Jhrdts Ziel der Massen.

Zu Anfang kleidete man sich einfach reisetauglich, was je nach Geldbeutel anders aussehen konnte. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch eine regelrechte Pilgertracht. Die Kennzeichen des Pilgers waren:

  • Ein langer Stock (er konnte am oberen Ende eine Querstange, einen Haken oder einen Knauf haben und am unteren eine Eisenspitze)

  • Ein breitkrempiger (Filz-) Hut

  • Eine Pilgertasche. Versch. Quellen sprechen von Tierhaut und einer engen Öffnung, ein Quersack wird ebenfalls erwähnt.
    Auf jeden Fall sollte die Tasche nicht zu groß ausfallen, denn sie sollte in ihrer Art, den Pilger zur Freigiebigkeit
    und Selbstbeschränkung anhalten, weswegen sie auch oft ohne Klappe oder Verschluss dargestellt wird.

  • Eine Flasche die am Gürtel oder dem Stab befestigt wurde. Oft wurde sie unterwegs erworben (typisch: die Kalebasse).